geheimcode in stellenprofilen

hat es leute hier, die vielleicht im bereich von «human ressources» arbeiten oder sonst wie mit der rekrutierung von arbeitnehmern zu tun haben?
wenn ja: könnt ihr mir den geheimcode entziffern, welcher anscheinend zwischen den worten und zeilen eines stellenprofils versteckt liegt?
ich hab echt die nase voll von diesen dummen sprüchen in den absagen, im stil von: «…einen kandidaten gefunden, der besser (genauer) auf das gewünschte profil passt, es tut uns leid… bla bla bla…»
ich darf von mir sagen, dass ich a) lesen kann und b) sorgfältig lese und c) trotz dem messer names RAV im rücken, genau abwiege und abschätze, ob sich eine bewerbung lohnt oder nicht. ob mein profil zum profil der ausgeschriebenen stelle passt oder nicht.
im klartext heisst das, ich schreibe keinen sogenannten RAV-bewerbungen, die die arbeitgeber zu recht zur weissglut treiben.
in 99% von 100 fällen passen also die profile zusammen. im gegenteil, oft bringe ich sogar noch mehr mit, als gefodert wird und dennoch ernte ich auf meine bemühungen immer nur diesen blöden spruch.
warum?
ich weiss das geht anderen auch so. darum stelle ich auch diese frage. für mich, aber auch für andere, die das hier vielleicht lesen und erwerbslos und aucham verzweifeln sind.
andersrum gefragt: soll einer der z.b. medizin studiert hat und sich, weil er auch geld zum leben braucht auf eine stelle als pfleger bewirbt, wirklich als ungelernter krankepfleger ausgeben, nur um an einen job zu kommen?
was ist den bloss los mit den arbeitgebern? ich habe das gefühl, sie haben alle angst vor leuten mit guter qualifiaktion.
ich stelle diese frage ernsthaft und möchte diejenien bitten, die gerne blöde sprüche in die threads schreiben, mal ausnahmsweise darauf zu verzichten.

04.03.2010 12:19 von
bugs bunny
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32 BEITRÄGE
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@zueritiger: bitte keinen deutschenhass hier. was die deutschen hier tun, tun auf anderen berufsebenen die jugos oder früher die italos auch. abgesehen davon haben wir ja keine offene lohnpolitik, wie das z.b. in deutschland der fall ist, wo jeder sehen kann, was andere verdienen. bei uns ist der lohn die heilige kuh und ich denke, dass mancher deutscher, die wahrheit - nämlich, dass er über den tisch gezogen wurde - erst viel später erfährt.
10.03.2010 21:11 von
bugs bunny

 

Meine 5 Rappen zum Thema:
- Geheimcodes im eigentlichen Sinn sind nicht zulässig aber schlussendlich auch gar nicht nötig. Wenn ich drei Zeugnisse vor mir habe, in denen "... zu unserer Zufriedenheit", "zu unserer vollen Zufriedenheit" bzw. "zu unserer vollsten Zufriedenheit" steht: Was meinst Du wohl welchen Bewerber ich mir näher anschaue?
- Wichtiger als das was im Zeugnis steht ist oft das was nicht drin steht (da man ja nichts negatives schreiben darf). Wenn also zum Beispiel zur Teamfähigkeit gar nichts gesagt wird oder nebensächliche (nicht direkt job-relevante) Dinge gelobt werden, ist das eher ein schlechtes Zeichen
Und ja, wir verschicken auch Standardabsagen im Stil von "vielen Dank ..blablabla.. anderer Bewerber ..blabla.. alles Gute". Ich hab aber bisher jedem, der anschliessend anrief und nach den Gründen fragte, erklärt in welchen Bereichen er mich nicht überzeugt hat (oder der andere Bewerber besser war).
10.03.2010 19:23 von
patrix

 

@dschej: und ich habe keine lust für ein bewerbungsdossier an die 30 franken auszugeben und das zurück zubekommen, als hätte es eine kuh wiedergekäut.
in meiner branche sind online-bewerbungen üblich und werden sogar verlangt!
ohne foto ist wohl klar, dass sich das nicht gehört. hatten bei mir auch keine chancen, als ich leute einstellen musste.
für punkt drei: beschwere dich beim RAV darüber. da wird man genötigt genau das zu tun, obwohl es jedem mit gesundem menschenverstand einleuchten sollte, dass dieses ewife nachfasse nur nervt.
zu viertens: und was machst du mit jenen, die es wirklich sind? denen es sogar immer wieder gesagt wird, die aber gezwungen sind vom RAV sich auf jeden job zu bewerben, obwohl die situation von vornherin klar ist. beschwer auch dich auch beim RAV oder SECO.
zu fünftens: betrifft mich nicht. diese «arbeit» habe sich sogar mit hilfe eines analytikers zur genüge getan. fazit: überqualifiziert und zu alt!
sechstens: kein problem, wenn du mir sagst, wie ich geld in blumentöpfen pflanzen kann.
siebtenes: stimmt.
sag das mal dem steuermat? oder deinem zahnarzt?
10.03.2010 16:07 von
bugs bunny

 

@nonick: ja damit (PK etc.) haben wir uns alle einen bärendienst erwiesen, vor allen dingen den kleinen firmen. ich versteh das sehr gut. nur manchmal kann man sich «arrangieren», in dem man z.b. die hälfte als angestellte arbeitet oder der rest als selbständige im nebenerwerb. aber da wurde ja vom staat auch der riegel schon in den 90er jahren geschoben, als viele - besonders kleine von dieser idee gebrauch machten. die angst des staats für uns sorgen zu müssen, wenn wir mal alt ist, ist immens. logisch in einem wirklich sozialen staatsgefüge, gäbe es weniger geld für prestige. angefangen von rostenden fussballstadien bis hin zu glasklötzen, die keiner brauchen kann…
10.03.2010 15:58 von
bugs bunny

 

Sind ein kleines Unternehmen ohne Personalabteilung und deshalb suche ich immer wieder selber Leute und stelle ein. erstens ist es grad für kleine Unternehmen schlicht nötig Absagen zu standardisieren, sonst wärs nicht zu schaffen. zweitens, schreibe ich sehr oft auch so etwas wie "andere Bewerberin hat noch etwas besser auf unser Profil gepasst", schlicht, weil es stimmt. Wenn es nicht grad um hochspezialisierte Tätigkeiten geht, hat man ja oft gleich einige Bewerber, die wirklich gut passen würden.
Alter ist für mich zweitrangiges Kriterium, aber spielt natürlich auch Rolle, ist halt schlicht so, dass älter auch teurer bedeutet (schon allein wegen Pensionskasse) und wir sind so klein, dass das durchaus Rolle spielt. Trotzdem habe ich zuletzt auch über 50jährigen eingestellt, weil es gepasst hat.
Wünsche Dir alles Gute fürs Weitersuchen. irgendwann wird es klappen!
10.03.2010 13:00 von
nonick

 

@bugsbunny: cv 10 jahre jünger und ohne kind - gute story. in dem fall versuche ichs mal ohne jahrgang (meine beiden kids habe ich seit längerem aus dem cv genommen). wenn die an mir interessiert wären, wenn ich 15 jahre jünger wäre, können sie ja nachfragen - und dann müssen die zugeben, dass sie nun aufgrund meines jahrgangs nicht mehr interessiert sind...
09.03.2010 09:30 von
Devil

 

@Dschej: Als einer der hin und wieder mal einstellt, aber nicht zu HR gehört, will ich zumindest teilweise widersprechen...
Online-Bewerbung: PDFs finde ich sehr praktisch, kann ich digital verwalten, am Computer anschauen und schnell verteilen. Ich drucke dann nur die aus, die wirklich in Betracht kommen.
Foto: Als internationaler Arbeitgeber akzeptieren wir auch "amerikanische" Bewerbungen (kein Foto, kein Geschlecht, kein Alter). Das war am Anfang für mich ungewohnt, aber man konzentriert sich dann wirklich auf den Inhalt. Beim Vorstellungsgespräch sieht man dann spätestens wen man vor sich hat.
Subjektive Merkmale: Ich schaue danach: hat der Kandidat die Erfahrung und die Fährigkeiten, die wir brauchen und hat er die richtige Einstellung. Etwas Persönlichkeit sickert manchmal durch die Angabe von Hobbies oder aussergewöhnlichen Jobs durch. Ich merke mir leichter Eigenschaften, die von der Norm abweichen.
Glück: Da gebe ich Dir recht! Das gilt auch für beide Seiten, manch ein durchschnittlicher Kandidat macht anschliessend erstaunliche Karrieren und manch vielversprechender Kandidat wird nachher zu einer Belastung für alle.
Was aus meiner Sicht heute eine Hürde ist sind die Recruitment Centers der grossen Arbeitgeber, dort werden die Bewerbungen nach einfachen, formalen Kriterien vorsortiert und dann abgesagt, ohne dass einer der potentiellen Chefs je die Chance hatten hineinzuschauen. Viele dieser abgelehnten Bewerber waren aber interessant. Daher versuchen wir manchmal den umgekehrten Weg zu gehen und machen uns informell auf die suche nach Kandidaten (zB über Xing), die wir dann nachher HR präsentieren.
Viel Erfolg!
09.03.2010 09:28 von
DanSlider

 

Apropos Netzwerke: Xing hat auch eine grosse Job-Börse (sorry Ron ;-)
So wie du schreibst, vermute ich, dass du bei der Job-Auswahl zu wenig selbstsicher bist und somit bei der Auswahl als Überqualifizierte(r) herausfällst. Aber wozu willst du dich unter Wert verkaufen? Damit du den falschen Job bekommst und dich nur langweilst?
Viele Firmen wissen ja eh nicht so genau, was sie suchen und packen deshalb alles mögliche in einen Stellenbeschrieb, das auch nur im Entferntesten mit dem tatsächlichen Job etwas zu tun hat. Such dir Stellen heraus, die du toll findest, aber denkst "boah, die sind ja krass drauf, da hab ich eh keine Chance!" :-) Ich finde, ein Versuch ists wert. Viel Glück!
08.03.2010 22:10 von
Sara*

 

ok, ich weiss auch, was es heisst, arbeitslos zu sein. da macht ihr, liebe suchende, wirklich eine harte zeit mit. zieht einen ganz schoen runter, wenn absage um absage im postkasten landet. (bei mir war es uebrigens so @Zuritiger, dass bei allen Absagen den einheimischen Schweizern der Vorzug gegeben wurde)... Habe zwischenzeitlich in ganz anderen Berufsfeldern gearbeitet, bis eben eines Tages nach unzaehligen Bewerbungsschriften ein positiver Bescheid ins Haus flatterte: Also, ihr lieben, gebt nicht auf! Und schaut euch auch mal nach was anderm um als nach dem eigentlich angestrebten Beruf. Manchmal tun sich da ganz neue Tueren auf, und es tut - zumindest vorerst mal - gut, ueberhaupt arbeiten zu koennen. Da lernt man auch ganz viel, besonders ueber sich selbst. das war jedenfalls bei mir so.
08.03.2010 21:22 von
mary_jane_louis

 

bugsbunny: Der Konkurrenzkampf um Stellen ist viel härter geworden seit der Einführung der Personenfreizügigkeit. Du kannst sicher sein, dass sich auf fast jede offene Stelle hier nun auch ein/e Deutsche/r bewirbt. Mit Abitur (40% der Deutschen haben eine Abitur, nur 20% der Schweizer die Maturität), meistens jünger und unabhängiger, da noch ledig. Jeder Arbeitgeber weiss: Nehme ich eine/n Deutsche/n, spare ich 20% der Lohnkosten im Vergleich zu einem Ansässigen. Es wird weniger aufbegehrt, weil Deutsche hierarchiegläubiger sind und Zugewanderte die lokalen Gepflogenheiten noch nicht kennen. Deutsche Männer müssen in der Schweiz keinen Militärdienst leisten. Zugewanderte haben noch kein soziales Umfeld in der Schweiz und sind deshalb bei der Wahl des Arbeitsorts und bei den Arbeitszeiten flexibler. So ist das.
08.03.2010 20:37 von
Zueritiger

 

vielleicht hab ichs ja überlesen: was suchst du denn für einen job? vielleicht liegt er ja wirklich hier im forum.
08.03.2010 13:49 von
mat1458

 

@mat1458: beides. die «perfekte» bewerbung führt vielleicht zu ziel. wie sagt dr house so schön «everybody lies»! jeder will angelogen werden. wenns mir also hilft, meine existenz damit zu sichern, dass ich irgendwem erzähle, was er hören will; bitte!...
@fotolina: du hast recht. da muss ich jedoch kleinbeigeben: ich bin aus dem dümmsten grund, den man sich nur denken kann, nach zürich gezogen: die liebe! die ist schon lange futsch und ich häng hier fest. beziehungsnetz? das ist seltsam. gleich und gleich gesellt sich gern, oder zieht sich an. da sind gute freunde, oder kumpels, aber alle in der gleich besch... lage wie ich, oder sie arbeiten in berufen, wo es keine synergien gibt :-(
aber nochmal @alle: alles was ihr hier schreibt, ist gut. gut für mich und vielleicht auch für andere. es hat alles hand und fuss, auch wenns einem manchmal piekst.
08.03.2010 13:28 von
bugs bunny

 

@devil: gute frage. das mit dem alter… ich erzähl dir ne geschichte dazu: ich hab vor einigen jahren, als ich dauernd wegen dem alleinerziehendsein abgelehnt wurde (alleinerziehende fehlen dauernd, wegen der kinder…), folgendes gemacht. ich habe bewerbungen mit den korrekten angaben zu meiner person geschickt und ein paar tage später das gleiche nochmal. 10 jahre jünge und ohne kind. aber sonst, briefpapier, name, zeugnisse, alles genau gleich.
du glaubst es nicht: ich bekam jedesmal vorstellungsgespräche. klar bekam ich die jobs nicht, weil ich das jeweilige gegenüber damit ja blossgestellt hatte.
um was es mir dabei ging?
nur um die beweisführung gegenüber dem RAV!
die verzichteten in der folge auf die sogenannten «massnahmen» und taten wirklich das, zu was eigentlich da wären: beraten.
08.03.2010 13:22 von
bugs bunny

 

@bugsbunny Wenn ich den ganzen Thread lese, dann frage ich mich, was Dein Ziel ist. Ist es einen Job zu kriegen oder die Fähigkeit, eine perfekte Bewerbung zu schreiben? Dass das RAV die Bewerbung als einzige Möglichkeit sieht, ist zwar schade, aber verständlich. Du hast im Forum eine Menge Antworten erhalten, ich würde mal genau diese Leute fragen, ob sie von einem passenden Job wissen. Die sind Dir durchwegs wohlgesinnt, können Deine Situation verstehen und Du bist nicht Nummer 198 auf dem Stapel einer mässig motivierten HR Person. Die Ronorp-Community ist dann halt Dein Beziehungsnetz, und da Du ja nicht ganz unbekannt bist, könnte ich mir gut vorstellen, dass dabei was rauskommen könnte. Bin leider nicht in Deiner Sparte tätig, sonst würde ich sicher was wissen.
08.03.2010 13:13 von
mat1458

 

der totale frust! ich habe ich beim CV beraten lassen: drei profis-drei verschiedene meinungen. eingeladen wurde ich nur, wenn der brief frech, kurz und witzig war. genommen wurde ich aber nicht. die absagen zerren, und wie! wenn dein lebenslauf etwas über den KV-standard geht, hillt nur das netzwerk. klingt nach fakalkimentalität, aber ist leider auch in nordeuropa so: die chancen steigen, wenn man irgendwie empfohlen wird. und: absagen nicht wirklich lesen. schnell auf die delete-taste drücken. so schnell, wie die standardabsage reinkopiert wurde musst du sie auch löschen.aber das selbstwertgefühl, das geht runter, und wie. da kann ich dir auch nicht helfen; nur, du bist nicht der einzige.
08.03.2010 10:39 von
fotolina
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